Alte Liebe rostet nicht...

Unser Neuzugang im Fahrzeugpark - eine R75/5 Baujahr 1973. Sie scheint die Jahre gut überstanden zu haben und soll als erstes die neuen Conti ClassikAttack testen. Dafür hat der Chef sie aus der Garage geholt, in der sie seit fast 20 Jahren den Dornröschenschlaf hielt. Erst mal zur Geschichte des Motorrads ein paar Worte.

Das Motorrad gehörte einem, leider verstorbenen Freund vom Chef. Seit fast 20 Jahren stand sie abgedeckt in der hinteren Ecke einer Garage. Als kürzlich der Sohn des verstorbenen Freundes mal wieder zu Besuch in der Werkstatt war, kam das Gespräch auf "Emma" (so heißt das Motorrad) kurze Rede - langer Sinn - die beiden wurden handelseinig, ein fairer Preis wurde gezahlt, und seit dem wird "restauriert". Der Chef hat einige graue Haare mehr bekommen - weil - es tauchten dann doch einige "Haken" bei der Sache auf...

Hier einige der Haken: Der Kfz.-Brief ist verschollen! Das wäre ja auch eigentlich kein Problem, wenn das Motorrad nicht einige Besonderheiten aufweisen würde... Da ist erstmal der Hubraum... eigentlich 750 ccm - wenn da nicht die Zylinder einer R90S drauf wären - also 900 ccm. das 5-Ganggetriebe ist kein Problem, das wirkliche Problem sitzt vorne und heißt "Grimecca". Diese Grimecca-Doppel-Duplex-Bremse wurde 1980 in das Motorrad eingebaut, und die ganzen Modifizierungen samt Leistungssteigerung beim TÜV mit einer Einzelabnahme eingetragen. Seit dem ist es eine"Kunow-BMW". Unsere Nachforschungen diesbzgl. beim TÜV blieben leider erfolglos - nach 10 Jahren wandern die Unterlagen in den Schredder. Das wird bestimmt noch lustig...

Wo wir gerade bei lustig sind - nach dem wir den abschließbaren Tankdeckel endlich auf hatten - das Grauen auf Rädern! Was Sprit in den Jahren anrichten kann - unvorstellbar. Die ganze Beschichtung hat sich auf - und abgelöst, alles wellig und rissig. Der Tank wurde mittlerweile von einem Profi-Tankbeschichter gereinigt und neu beschichtet - sieht wieder aus wie neu! Die Bing Unterdruck-Vergaser sahen auch nicht viel besser aus... wurden aber auch wieder mit fachkundiger Hilfe von Bernd Stutz (Spezialist für Oldie-Vergaser) Danke Bernd! in funktionstüchtigen Zustand versetzt.

Lobend erwähnen muss ich hier ganz besonders die zupackende Tatkraft von Motorradreifenmonteur NR.1 - unseren Tom. Ohne seine Hilfe hätte "Emma" noch keinen Schnaufer getan... Der Chef wollte zwar alles selber machen - aber wie das immer so ist... (an dieser Stelle wurde zensiert)

An dem Rest arbeiten wir z.Z. noch, aber immerhin - der Motor läuft! 3 Läufe mit Spülöl hat er hinter sich und der Dreck der Jahrzehnte ist ausgespült!

Die brandneuen Conti Classic-Attack wurden gerade montiert! Sie machen einen guten Eindruck, und laufen absolut rund. Wir sind gespannt ob diese Neuentwicklung gegen den Bridgestone BT45 bestehen kann, oder ob die Conti Radialreifen sogar noch besser bei den New-Oldies funktionieren. Diese Reifengrößen in Radialbauweise (Gürtelreifen) herzustellen ist mit Sicherheit nicht einfach - die Conti wird sich bestimmt etwas dabei gedacht haben...

Wie es mit "Emma" und der neuen Zulassung weitergeht? - Es wird bestimmt noch etwas dauern, aber für die ersten Probefahrten gibt´s ja noch sowas wie eine rote Nummer.

Ein Bericht darüber und wie es weiter geht folgt!

  1. Januar 2014 – das Jahr fängt ja wieder gut an...

Von wegen – alte Liebe rostet nicht

Ich hatte ja versprochen über den weiteren Fortgang der R75/5 zu berichten. Allerdings ist es wieder anders gekommen als es kommen sollte... – und gedauert hat es! Das daraus aber eine Weihnachtsgeschichte wird, konnte ich im Februar noch nicht ahnen.

Zuerst einmal dieses ganze Theater mit der Zulassung! Jetzt brauchen wir dieses noch – und jetzt jenes noch – ach so – eine Bescheinigung von der Kriminalpolizei müssen sie noch beibringen – die eidesstattliche Erklärung fehlt noch – das Fahrzeug muß nun noch 4 Wochen aufgeboten werden – nein, die Vollmacht zur Zulassung ist doch schon 3 Monate alt, dass ist zu alt...

Da war es beim TÜV ja noch verhältnismäßig einfach! Festigkeitsgutachten für die Grimecca – Bremse, Nachweis für den 900cc – Motor, alle anderen Funktionen überprüft, Probefahrt gemacht – und gut war´s! Danke an alle Mitarbeiter beim TÜV Köln - Bilderstöckchen für die Geduld und das Verständnis!

Dann endlich – der Tag der Wiederzulassung! Donnerstag der 12.12.13 - den habe ich extra gewählt, denn der nächste Tag wäre ein Freitag der 13. gewesen, dass wollte ich dann lieber nicht... ein bisschen Aberglaube schadet ja nicht... – obwohl - manche sagen ja das wäre ein Glückstag. Hätte ich das doch auch mal geglaubt!

Gut – das Wochenende war regnerisch, und ich wollte das Risiko irgendwo Salz aufzulesen dann doch nicht eingehen. Also warte ich auf besseres Wetter! Montag der 16.12. – strahlend blauer Himmel, Temperatur um die 10 Grad – ideal! Schnell die Lederkombi an, die Handschuhe und noch eine Jacke obendrüber – es kann losgehen!

Erst mal volltanken, dann geht’s auf die Landstraße ohne ein bestimmtes Ziel. Einfach mal rollen lassen damit der Motor mal auf Temperatur kommt. Untenrum läuft er etwas unrund, die Vergaser müssen noch mal synchronisiert werden, aber nach 20 Kilometern merkt man das er immer besser läuft. Fühlt sich alles sehr gut an, auch das Fahrwerk ist prima (hatte ich gar nicht mehr so in Erinnerung, ist ja auch schon 20 Jahre her das ich so ein Motorrad das letzte mal bewegt habe) die Conti Classicattack machen sich sehr gut. Die Conti Reifen sind ja auch der eigentliche Grund warum ich dieses Motorrad wiederbelebte. Ich brauchte doch eine Maschine mit diesen Reifengrößen...

Nach ca. 40 Kilometern läuft alles rund (ich auch!) und ich bin in Neuss gelandet. Prima denke ich, dann machen wir jetzt einen Schlenker über den Rhein und fahren über die verbotene Stadt (für Nichtkölner: das ist Düsseldorf!) in einem weiten Bogen nach Hause.

Gesagt – getan. Auf dem Südring in Düsseldorf, ich befahre die mittlere Fahrspur, staut sich der Verkehr etwas, ich halte ausreichend Abstand weil die Grimecca-Bremse noch eine Einlaufphase braucht. Sonst ist alles im grünen Bereich. Motor läuft rund, Fahrwerk i.O. – alles besser als erwartet. Wie war das noch gleich? „Sorge dich nicht – es könnte schlimmer kommen“ – und ich sorgte mich nicht – und es kam schlimmer...

Ein Knall!!! Hinter mir!? Ein Schlag der sich anfühlt wie ein Tritt in den Allerwertesten! Plötzlich sehe ich mein Motorrad von oben!???

Ich habe keine Zeit mehr mich auf die Landung vorzubereiten und falle, der Erdanziehung sei Dank, auf meine Maschine zurück. Ich kann mich aber nicht halten, rutsche ab und lande im Salto auf der Fahrbahn. Als ich dann so daliege höre ich den Motor auf Vollgas laufen, ich springe auf und reiße den Zündnagel raus – dann ist Ruhe...

Ich brauche eine Zeit um die Situation zu begreifen. Das Motorrad steht wie hingestellt! Allerdings sieht sie etwas kürzer aus, steht sie doch im Kühler eines BMW X3 und wird auf diese Weise vor dem umfallen bewahrt. Eigentlich falsch beschrieben – das Motorrad steht nicht im Kühler des BMW, sondern der BMW steht im Heck vom Motorrad... Genauer gesagt auf dem Hinterrad des selben. Er ist aufgefahren, hat sich unter das Rahmenheck gedrückt und hat mich mit blockiertem Hinterrad noch ca. 8 Meter nach vorn gegen einen Mercedes geschoben.

Und nun stand ich da – noch etwas geschockt – und wurde von dem Mercedesfahrer (auch Motorradfahrer) ganz hektisch nach meinem Zustand befragt.

Was sollte ich sagen – ich konnte gar nichts sagen – ich war sprachlos! Aber nur 5 Sekunden lang... – dann habe ich gegen den Fahrer des X3 ein paar deftige Schimpfwörter losgelassen...
Nicht wegen dem auffahren – oder mir - nein – mir fiel gerade der ganze Aufwand mit dem Motorrad durch den Kopf – und das machte mich dann doch etwas unwirsch...

Lange Rede – kurzer Sinn, dass Motorrad ist (erst mal) Schrott, ich hab´s mit kleinen Blessuren und Rückenschmerzen (die sich erst später einstellten) überlebt. Meinem Schutzengel sei mal wieder herzlich gedankt!

Die Rückfahrt findet, nach einem kleinen Besuch beim Arzt, auf dem Anhänger statt. Ein kleines bisschen bin ich schon sauer, aber was hilft´s mit dem Schicksal zu hadern... und die Maschine kann man ja bestimmt wieder reparieren. Dann hab ich ja wieder was zum schrauben...

Das war sie dann – meine Weihnachtsgeschichte mit der R 75/5...

Nachtrag 20. Januar 2014

Allerdings konnte ich mich einen Tag später nicht mehr wirklich bewegen und musste dann doch noch mal ärztliche Hilfe und ein paar Spritzen in Anspruch nehmen. Das war aber nach 3 Tagen wieder einigermaßen i.O. Ich werde mich bzw. meine Wirbelsäule dann doch lieber mal in der Röhre (MRT) untersuchen lassen – sicher ist sicher.

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